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Maacher

Marc Krier

  • Schäffen

3 FRAGEN AN MARC KRIER, SCHÖFFE FÜR DÉI GRÉNG

Das letzte Jahr war für uns alle voll mit Heraus- forderungen. Als einer der politisch Verantwortlichen der Stadt Grevenmacher warst du am Krisenmanagement beteiligt. Wie fällt dein persönlicher Rückblick bisher aus?

Das letzte Jahr war in der Tat kein einfaches, aber ich finde, dass wir in Grevenmacher gut zusammengehalten haben und uns vergleichsweise gut geschlagen haben. Um einen Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens zu leisten, haben wir sehr schnell beschlossen, allen Bürgern medizinischen Masken kostenlos zur Verfügung zu stellen. Um gefährdete Personen oder Menschen in Quarantäne weiter bei der Versorgung mit Lebensmittel zu unterstützen, haben wir schnell einen unkomplizierten Einkaufsservice eingerichtet. Neuerdings werden mit dem Rufbus nicht nur die Nachbargemeinden, sondern auch zwei Impfzentren angefahren.

Als Sportschöffe war es mir wichtig, dass der Sport unter Berücksichtigung aller sanitären Regelungen so gut wie möglich bleibt. Wir haben alle Vereine in der Krisensituation kurzfristig finanziell unter die Arme gegriffen. Im Sommer war es mir wichtig, den Zugang zum Schwimmbad trotz Pandemie zu ermöglichen. Rückblickend denke ich, dass uns das mit unseren Hygienekonzepten gut gelungen ist.

Innerhalb des Schöffenrats bist du unter anderem für das Mobilitätsangebot der Gemeinde verantwortlich. Welche Verbesserungen habt ihr in der ersten Hälfte der Legislaturperiode erzielen können?

Ich bin zufrieden mit unserem Fortschritt im Bereich des öffentlichen Transports und der sanften Mobilität, sowie bei der Straßensicherheit. Zur Steigerung der Sicherheit werden die Fußgängerübergänge schrittweise alle mit adäquater Beleuchtung ausgestattet. Im Umfeld der Schule wurden die Tempo-30-Zonen verstärkt signalisiert. Der neugestaltete gemischte Rad- und Fußweg entlang der Mosel wird in naher Zukunft durch Hinweisschilder, Schranken und weitere Initiativen noch sicherer für alle gemacht.

Aber wir haben noch viel vor. Um unser Angebot noch attraktiver zu gestalten, werden zusätzliche E-Bike- Ladestationen im Stadtgebiet entstehen. Sobald wir die Arbeiten am Kulturzentrum abgeschlossen haben, werden die Neugestaltung des Busbahnhofes vorangetrieben. Mit M-Boxen für Fahrräder und Chargy- Ladestationen für E-Mobilität wollen wir einen Meilenstein für die Multimodalität in unserer Gemeinde legen und den Umstieg auf klimafreundliche Mobilität erleichtern.

Die Stadt Grevenmacher hat sich unter deinem Impuls aktiv in die Ausarbeitung des neuen Naturpaktes zwischen Gemeinden und Staat eingebracht. Was erhoffst du dir von dieser neuen Partnerschaft für den Kampf gegen den Verlust der Artenvielfalt?

Nach dem Erfolg unserer Gemeinde im Klimapakt, war es für mich nur logisch, dass wir uns auch verbindlich für den Kampf gegen den Verlust unserer natürlichen Artenvielfalt einsetzen. Im Rahmen des neues Naturpaktes sollen Gemeinden, die sich für die Artenvielfalt einsetzen, in Zukunft finanziell belohnt werden. Durch ein Zertifikat und ein Punktesystem werden die Bewohner zudem künftig über den Fortschritt unserer Bemühungen im Bereich der Biodiversität informiert. Dies spornt nicht nur die Gemeinde an, weitere Maßnahmen zu ergreifen, sondern bewegt auch die Bürger, Vereine und die gesamte Zivilgesellschaft, sich für diese Thematik einzusetzen. Natürlich müssen die Gemeinden in diesem Bereich als Vorbilder agieren, weil sie schließlich 13 % der Flächen in unserem Land besitzen.

Konkret will ich mich dafür einsetzen, dass in Grevenmacher weitere Grünanlagen mit insektenfreundlichen lokalen Blumen angepflanzt werden. Unser technischer Dienst hat bereits festgestellt, dass solche Grünflächen durch weniger intensive Pflege eine wesentliche Zeitersparnis darstellen. Die Randgebiete unsere Bäche sollen renaturiert werden, um auch dort die Artenvielfalt zu erhalten. Im Gemeindeblatt sollen Umweltthemen künftig noch stärker als bisher thematisiert werden, um unsere Bevölkerung für diese so wichtige Thematik zu sensibilisieren.